Tarifvertrag gross und einzelhandel nrw 2019


Schließlich sind in einigen Ländern bestimmte Arten von “atypischer” Beschäftigung im Einzelhandel relativ häufig, wie z. B. “Scheinselbstständigkeit” in Italien und Österreich, “Minijobs” (mit einem Gehalt von weniger als 400 EUR pro Monat) in Deutschland, Leiharbeit in Spanien und Schwarzarbeit in Dänemark. Neben dem Handelstarifvertrag umfasst der im Einzelhandel erzielte Tarifvertrag das Tarifvertragsprotokoll für IT-Beschäftigte (nachfolgend das Tarifvertragsprotokoll für IT-Beschäftigte im Einzelhandel), das Tarifvertragsprotokoll für Hankkija-Maatalous-Vertriebsmitarbeiter, den Tarifvertrag der Lager- und Transportaufsichtsowien sowie den Tarifvertrag der Einzelhandelsaufsichten. Die beteiligten Gewerkschaften unterstützten ihre Kampagne, indem sie am 1. Mai 2004, dem Tag der Osterweiterung der EU, gemeinsame Aktivitäten in Grenzregionen organisierten. Es ist wichtig zu betonen, dass der neue Tarifvertrag ohne Bezugnahme auf eine allgemeine Rahmenvereinbarung zwischen den Sozialpartnern unterzeichnet wurde. Tatsächlich wurde die dritte Vereinbarung über Beschäftigung und Tarifverhandlungen (PDF), die am 15. Juni 2015 unterzeichnet wurde und die nicht verbindliche Leitlinien für Tarifverträge festlegte, die im Zeitraum 2015–2017 unterzeichnet wurden, noch nicht verlängert. Dies ist zum Teil auf die unterschiedlichen Vorschläge für Gehaltserhöhungen zwischen den Sozialpartnern zurückzuführen. Die neue Vereinbarung dürfte zu einem Maßstab für Verhandlungsprozesse im Zusammenhang mit anderen sektoralen Tarifverträgen werden, insbesondere wegen der Bedeutung des Sektors für die Zahl der von ihm erfassten Beschäftigten. Die Vereinbarung besteht zwischen PAM für die Arbeitnehmer und dem finnischen Handelsverband für die Arbeitgeber.

Dennoch scheinen diese gewerkschaftlichen Perspektiven schwer auf den Bereich der Tarifverhandlungen und spezifischer Initiativen zu übertragen. Die Situation in Österreich kann als Beispiel für die Geschehnisse in mehreren Ländern herangeführt werden: Obwohl die Einzelhandelsgewerkschaften spezielle Gender Mainstreaming-Pläne zur Intensivierung ihrer geschlechterbezogenen Politik gebilligt haben – was beispielsweise bedeutet, dass alle Tarifverträge in ihrem eigenen Bereich auf Klauseln geprüft werden, die Frauen in Bezug auf Bezahlung oder beruflichen Status diskriminieren -, werden die tatsächlichen Auswirkungen solcher Pläne auf die Arbeitsbeziehungen als kaum wahrnehmbar bezeichnet. Diese Situation steht in gewissem Maße im Zusammenhang mit dem Verhalten der österreichischen Arbeitgeber: Rhetorik, die von der Unternehmensleitung vorangebracht wird, führt selten zu wirksamen positiven Aktionsplänen zur “Stärkung” von Frauen.